- Service-Software
- Online Bewerbungs-Tool
Die Programmierer wissen genau, was sie entwickeln sollen.
„Die Prototypen sind eine ideale Vorlage – ich kann sofort mit dem Programmieren anfangen, ohne lange über den Seitenaufbau nachdenken zu müssen.“
Martin Schlagnitweit (Software-Entwickler und Gründer von SOLUNIC Web Solutions)
Problem: Wie bringt man Menschen dazu, Formulare auszufüllen?
Ein Projektteam des Software Competence Centers in Hagenberg stand vor der Aufgabe ein neues Jobportal zu entwickeln. Ein Team von Programmierern und Designern musste ein User-Interface gestalten, das Job-Suchende dazu motiviert, ihre persönlichen Daten in Online-Formulare einzutragen.
Insgesamt gibt es im deutschsprachigen Raum ca. 1.500 Job-Portale. Das Besondere an diesem Portal war die verwendete Technologie: Mit Hilfe von Semantik, können Stellen gefunden werden, die genau zu den Job-Suchenden passen. Funktionieren würde das natürlich nur, wenn Job-Suchende einen Großteil ihrer persönlichen Daten in das System eingeben, damit der semantische Abgleich durchgeführt werden kann.
Lösung: Papier-Prototypen aller wesentlichen Interface-Elemente
Wie in jedem Projekt, haben wir zuerst mit allen Projektbeteiligten gesprochen. Wir haben eine gemeinsame Vision definiert und uns darauf geeinigt, dass das neue Job-Portal vor allem für höher ausgebildete Arbeitskräfte interessant sein dürfte. Nach dieser Entscheidung konnten wir Interview-Termine mit Job-Suchenden, Job-Anbietern und Personaldienstleistern vereinbaren.
Benutzer-Interviews
Wir haben insgesamt um die 20 Telefon-Interviews geführt, die jeweils zwischen 45 und 90 Minuten gedauert haben. In diesen persönlichen Gesprächen haben wir erfahren, wie Menschen nach Jobs suchen, wie sie sich für freie Stellen bewerben und welche Probleme und Frustrationen sie dabei erleben.
Personas
Das Ergebnis unserer Recherche-Phase war ein Set von Personas, welches die verschiedenen Verhaltensmuster der einzelnen Benutzergruppen darstellte. Mit diesen Personas konnten wir kommende Entscheidungen basierend auf echten Daten treffen und nicht alleine vom Geschmack der einzelnen Projekt-Partner abhängig machen.
Kontext-Szenarios und Interface-Design
Als nächstes haben wir Kontext-Szenarios entworfen, die zeigen wie unsere Personas ein perfektes Job-Portal verwenden würden. Basierend auf den Zielen der zukünftigen Benutzer, konnten wir erste Skizzen des User Interfaces zeichnen. Aus diesen Skizzen haben wir dann einen testfähigen Papier-Prototypen entwickelt.
Usability-Tests
Unseren Papier-Prototypen haben wir anschließend in vier Usability-Tests überprüft, um herauszufinden welche Teile des User Interfaces noch nicht klar genug waren und was wir an unserem Design verbessern konnten. Den überarbeiteten Prototypen haben wir später dem Team präsentiert und zur weiteren Entwicklung übergeben.
Ergebnis: Ein guter Grund seine Daten vollständig einzutragen
Die entscheidende Erkenntnis der Recherche-Phase war, dass Job-Suchende mit einer Ausbildung ab Matura-Niveau, die meiste Zeit dafür verwenden, ihre Lebensläufe anzupassen. Sie haben also neben ihrem gesammelten Lebenslauf – der längste hatte 9 Seiten – unzählige von gekürzten Versionen, die im Zuge von früheren Bewerbungen erstellt wurden.
Die Job-Suche wurde hingegen von keinem einzigen Interview-Partner als Problem bezeichnet. Wir haben gelernt, dass Job-Suchende mit den aktuellen Lösungen sehr zufrieden sind und es keinen Sinn machen würde, das 1.501. Jobportal zu entwickeln. Deshalb haben wir mit unserem Auftraggeber entschieden, kein Job-Portal zu bauen, sondern stattdessen an einem Web-Tool zur einfachen Erstellung und Verwaltung von Lebensläufen zu arbeiten.
Dieser neue Zugang zur Job-Suche liefert den Menschen einen echten Grund, ihre persönlichen Daten vollständig und korrekt in das System einzugeben. Durch die Neuausrichtung des Projekts ist es außerdem gelungen, die 1.500 Job-Portale von Konkurrenten in potentielle Geschäftspartner zu verwandeln.
Projekt-Überblick
Was genau hat Simplease gemacht?
- Stakeholder- und Benutzer-Interviews
- Personas
- Kontext-Szenarios
- Papier-Prototypen
- Usability-Tests
Was sagt der Auftraggeber?
„Ich habe mir einiges von der Zusammenarbeit mit Simplease erwartet, und meine Erwartungen wurden noch übertroffen.“
Mag. Manfred Schwanthaler vom SCCH
Trivia:
Nach dem Usability-Test der Papier-Prototypen haben wir gleich einen Blog-Artikel geschrieben, in dem wir verraten, wie man diese Prototypen selbst testen kann.
Während der Benutzer-Interviews haben wir 2 Wochen verloren, weil wir bei der Planung, die Urlaubszeit nicht berücksichtigt haben. Die Deadline trotzdem einzuhalten, war alles andere als ein Kinderspiel.
Die Telefon-Interviews waren nicht nur informativ, sondern auch lustig: Eine Interview-Partnerin hat versprochen, uns zu Weihnachten ein Glas Bananen-Marmelade aus Afrika zu schicken.